Eine große, einfache Frage
Was ist Liebe? Diese Frage klingt so groß, dass sie fast einschüchtert. Und doch stellen wir sie uns immer wieder – manchmal mitten im Glück, manchmal in Momenten, in denen wir uns fragen, ob das, was wir fühlen, wirklich Liebe ist oder nur Nähe, Gewohnheit, Leidenschaft.
Ich glaube, Liebe ist kein fertig definiertes Konzept. Sie ist eher ein lebendiger Prozess, der sich ständig verändert – mit uns, mit unseren Erfahrungen, mit dem, was wir bereit sind zu geben und anzunehmen.
Die leisen Anfänge
Für mich war Liebe nie nur das große Kribbeln, das viele mit ihr verbinden. Liebe beginnt viel kleiner: mit Vertrauen. Mit dem Gefühl, dass ich mich zeigen darf, wie ich bin. Mit dem Wissen, dass ich gesehen werde – auch in meinen schwierigen Momenten. Und dass jemand bleibt, nicht obwohl, sondern weil er mich in meiner ganzen Echtheit wahrnimmt.
Zwischen Laut und Leise
Liebe kann still sein. Ein kurzer Blick über den Tisch, der alles sagt. Eine Hand auf meiner Schulter, wenn Worte fehlen. Sie ist aber auch laut, ungeduldig, fordernd – besonders dann, wenn Nähe auf Freiheit trifft, wenn wir uns reiben, weil uns etwas bedeutet.
Liebe ist Mut
Ich habe gelernt: Liebe ist nicht Besitz, nicht Kontrolle und nicht Sicherheit um jeden Preis. Sie ist Mut. Der Mut, loszulassen, wenn es nötig ist. Der Mut, ehrlich zu bleiben, auch wenn die Wahrheit unbequem ist. Und der Mut, immer wieder Ja zu sagen – nicht nur zum anderen, sondern auch zu sich selbst.
Liebe ist Veränderung
Liebe ist leicht solange alle Beteiligten bleiben wie sie sind. Doch Leben ist Veränderung. Bedürfnisse verändern sich. Und das hat oft gar nichts mit dem Partner zu tun. Liebe heißt diese Veränderung auszuhalten. Einander anzunehmen und sich mit Veränderungen auseinanderzusetzen auch wenn einem das gerade nicht in den Kram passt.
Das Gleichgewicht
Vielleicht ist Liebe genau das: ein ständiges Balancieren zwischen Ich und Wir. Zwischen Nähe und Freiheit. Zwischen Gewohnheit und Neugier. Zwischen Sonne genießen und Schatten aushalten.